Hauptmessverfahren bei Goldankäufern

Probiersäuren Strichprobe Säuretest

Probiersäuren
Probiersäure

Goldankäufer verwenden zur Überprüfung unklarer Edelmetallqualitäten sehr häufig die Probiersäuren. Hierbei wird das zu untersuchende Stück auf einem Schieferplättchen mit festem Druck gerieben. So verbleibt eine Metallspur des abgeriebenen Objektes auf der Platte. In den Fläschchen befinden sich Lösungen bestimmter Chemikalien, die aufgrund ihrer definierten Konzentration verschiedene Goldlegierungen auflösen können.

Häufig verwendete Säuren sind:

Die  Säure für den Analysebereich von 350-500‰ Feingoldgehalt – aus Salpetersäure, Kupferchloridlösung und Aqua Dest.
Die  Säure für den Analysebereich von 500-650‰ Feingoldgehalt – aus Salpetersäure und Aqua Dest.
Die  Säure für den Analysebereich von 650-800‰ Feingoldgehalt – aus Aqua Regia und Aqua Dest.

Ein weiteres 4. Fläschchen ist oft eine Chemikalie die durch Farbumschlag Silber als vorhanden anzeigen kann, mehr nicht.

Grobe Analytik

Man erkennt bereits an den breiten Auflösungsbereichen die grobe Analytik, die diese Säuren nur möglich machen, sie entspricht eher einer Ausschlussbestimmung, als einer genauen Messtechnik. Beprobungen dieser Art führen daher meist nur zu einer mündlichen Auskunft über den Feingehalt des Stückes. Sie bilden dann jedoch stets die Meßgrundlage auf der abgerechnet wird.

Diese Säuren sind sehr empfindliche Chemikalien mit stark hygroskopischen Eigenschaften. Für eine sorgfältige und zuverlässige Analytik müssten sie häufig gewechselt werden. Es gibt noch weitere Lösungen für weitere Feingehaltsbereiche, die jedoch leider seltener zum Einsatz kommen. Prüftechniken mit Probiersäuren gelangen nicht annähernd in den Bereich der massenspektrometrischen Analysetechniken, die zusätzlich auch noch weitere Metalle und Konzentrationen nachweisen.

Edelmetallegierungen sind sehr häufig ungestempelt oder sind individuell vom Goldschmied legiert, sie weisen zudem oft geringe Abweichungen aufgestempelter Feingehalte auf.
Risiko für Ankaufsbetriebe: Es gibt hartvergoldete und gestempelte Fälschungen, die mit einfachen Reibeprüfungen ohne eine Schmelze kaum erkannt werden können. Es gibt gefälschte Weissgoldlegierungen mit Palladiumanteilen die der Säureprüfung standhalten.

Positive und mögliche negative Folgen dieser Prüftechnik

(Positiv) Für Einzelstücke oder Kleinmengen von Schmuck ein schnelles Verfahren

(Negativ)  Probiersäuren zeigen keine Zwischenwerte, sie zeigen keine werthaltigen Begleitmetalle wie Platin, Palladium, Silber, die oft in Edelmetallen vergesellschaftet sind.
Sie liefern keine präzisen Ergebnisse.

(Negativ) Probiersäuren können keine verbundenen/verlöteten/gesinterten  Metallkombinationen analysieren , z.B. Gold-Silberschmuck, Gold-Platinschmuck, usw.
(Negativ)  Probiersäuren sind ungeeignet um säurestabile Legierungen oder Schmelzprodukte fachgerech und genau zu bewerten. (Zahnlegierungen).
(Negativ) Probiersäuren werden schnell unbrauchbar (stark hygroskopisch), sie neigen zu Fehlbewertungen wie, ist Nichts , ist kein 750, ist kein 585er, ist kein 333er, oder bei ungestempeltend Dingen, der versehentlichen Angabe einer niedrigeren Qualität als vorhanden.

(Problematisch) Adäquate Prüfungen mit Hochleistungsanalysatoren zeigen so gut wie nie glatte Ergebnisse, nach denen mit der Probiersäure jedoch endgültige Ergebnisse festgelegt werden. Ankäufe grösserer Konvolute, die nur mit Säureproben angekauft werden, muss man eher zu den Pauschalankäufen mit geschätzem Wert zählen. Auch Schmucklegierungen haben oft noch bis zu 7 weitere Feingehalte ausserhalt der 3 Grobeinteilungen. (Siehe Tabelle)

(Problematisch) Kunden mit grösseren Stückzahlen verbrauchen extrem viel Zeit, Einzelstücküberprüfungen mit Säuren brauchen viel zu lang,
(Problematisch) Kunden können nicht jedes Reibeergebnis nachvollziehen oder kontrollieren, ausserdem erhält man keine schriftliche Analyse, keine Nebenmetalle und verschenkt deren Wert. Dies wirkt sich besonders bei Legierungen wie den Dentalmetallen extrem ungünstig aus.


Tipp:

Fachfirmen, wie Gold und Silbercheideanstalten,  verwenden keine Probiersäuren als Grundlage für Kundenabrechnungen.
Sicherer und genauer ist der Weg über Schmelzverfahren mit Hochleistungsanlaytik (Spektrometrie) und Vergütung aller enthaltenen Edelmetalle.
Siehe:  Scheideanstalten


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