Goldrecycling

Goldrecycling bezeichnet die Rückgewinnung von Gold aus diversen edelmetallhaltigen Scheidegütern.

Gold ist oft ein wesentlicher Legierungsanteil von Schmuckstücken. Es kann heute durch recht aufwendige Prozesse aus dem Recyclingsgut abgetrennt und zurückgewonnen werden. Alle Werkstoffe, die einen relevanten Anteil Goldes enthalten, können also den Weg der Rückgewinnung durch das Edelmetallrecycling gehen. Auch Zahngolde oder sonstige technische Goldträger bieten sich dafür an. Wann das erste Gold recyclet wurde, ist nicht bekannt. Vermutlich wurde Gold schon vor Jahrhunderten bei Bedarf eingeschmolzen und wieder zu neuen Dingen verarbeitet. Zu Zeiten der ägyptischen Hochkultur wurde Goldschmuck aus natürlich vorkommendem Gold erzeugt. Dieses in der Natur vorkommende Gold hatte nicht die heutige Feinheit des modernen Affinationsproduktes von 999,9/1000 sondern bestand zumeist aus 95% Gold mit Verunreinigungen duch Kupfer und Silber. Man verarbeitete es so wie es war, ohne es von anderen Metallen zu scheiden.

Heute ist Gold in allen möglichen Formen verarbeitet und mit anderen Metallen legiert. Um das Edelmetall zurückzugewinnen, braucht es Scheideanstalten. Die modernsten Möglichkeiten bieten sehr hohe Recyclingraten und die nötige hohe Reinheit. Weltweit bestehen 27 Prozent der Goldvorräte aus recyceltem Gold. Durch das steigende Umweltbewusstsein wächst auch die Nachfrage und somit der Markt. Recyceltes Edelmetall aus sekundären Rohstoffquellen steht Primärquellen im Preis und Qualität in nichts nach, denn das Element Gold des Periodensystems ist unveränderlich es zählt ausschließlich die Reinheit und nicht die Quelle.

Goldrecycling im Anodenschlammverfahren

Ein modernes Recyclingverfahren ist das Anodenschlammverfahren. Auf giftige Inhaltsstoffe wie Quecksilber oder Cyanide wird im Anodenschlammverfahren verzichtet. Um das Edelmetall in seiner reinen Form zu gewinnen, wird es elektrolytisch abgeschieden. Über zwei Elektroden, Kathode und Anode, löst man in einem flüssigen Elektrolyten mittels eines definierten Stroms eine Ionenwanderung aus. Als Anode verwendet man das unreine Metall. Als Elektrolyt dient die Lösung eines Salzes des betreffenden Metalls. Die gegensätzliche Ladung der beiden Elektroden bewirkt, dass sich die Goldionen an der Kathode sammeln. Bei ihrer Wanderung durch den Elektrolyten bildet sich Anodenschlamm als Sediment. Die Begleitelemente lösen sich auf. Der Schlamm, wie auch die Kathodenanlagerungen, beinhalten das Gold nun in seiner reinen Form. Nach Waschung, Trocknung und Schmelzen erhält man Gold als Rohstoff, der weiterverarbeitet werden kann. Diese elektrochemische Reinigung wird auch elektrolytische Raffination genannt.

Goldrecycling durch Königswasserscheidung

Für Gold, welches metallisch oder als Legierung vorliegt, gibt es auch das nasschemische Verfahren mit der Lösung durch Königswasser. Da Gold von den meisten Säuren nicht angegriffen wird, braucht es besonders starke und oxidierende Säuren, um es von Nebenmetallen zu lösen. Königswasser besteht aus Salzsäure und Salpetersäure im Verhältnis 3 zu 1. Gold oxidiert in dieser Lösung bereits bei Raumtemperatur. Das aufgelöste Gold wird zu Goldtetrachlorsäure und muss anschließend in speziellen Fäll- und Filterverfahren von anderen Metallen abgeschieden werden. Man arbeitet mit extrem reaktiven und konzentrierten Säuren, die einen besonders sorgsamen Ablauf des Goldrecyclings erfordern.

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